Artists / Dandara Maia
Dandara Maia
Experiments with Eshu
Collage, Ölpastell und Farbstift auf Papier · 2025

Dandara Maia, Exu, Collage, 2025.
Über das Werk
„Èṣù ist in der Kosmologie der Yorùbá ein Trickster. Eine Gottheit, die als Bote zwischen den Menschen und dem Göttlichen fungiert und dafür sorgt, dass Opfergaben und Gebete an die anderen Orishas, die Gottheiten der Yorùbá, weitergeleitet werden. Er ist der Hüter von Àşe, der Lebenskraft, die allen Wesen Leben schenkt. Seine Streiche sind aufschlussreich; seine Provokationen erschüttern Annahmen, enthüllen verborgene Wahrheiten und stellen die Integrität der Dinge auf die Probe. Der Orisha kann als männlich, weiblich oder beides dargestellt werden. In Form von Erdhügeln, modellierten Gesichtern und mit Kauri-Muscheln geschmückten Figuren. Die kuratorische Recherche befreit Èṣù von kolonialen Fehlinterpretationen und begreift die Kreuzung als plastische, poetische und mythische Kraft der Gemeinschaft und (Neu-)Schöpfung.
In Gesprächen mit Künstlern, die eine tiefe Verbindung zu Èṣù haben – Mulambo, Joyce Candeia, André Vargas, Gustavo Nazareno und Hugo Canuto – habe ich die verschiedenen Facetten der Trickster-Figur als Ausgangspunkte für eine dekoloniale Lesart von Kunst und Design untersucht, die in Afrika und in den Schwarzen Diasporas entstanden sind.“

Dandara Maia. Foto: © Michel Klehm, 2025
Über die Künstlerin
Dandara Maia
Dandara Maia ist eine transdisziplinäre Forscherin und Kuratorin, die sich an den Schnittstellen von materieller Kultur, visueller Anthropologie und Modewissenschaften bewegt. Sie ist ausgebildete Modedesignerin und verfügt über einen Doktortitel in Anthropologie sowie einen Master-Abschluss in Bildender Kunst. In ihrer künstlerischen Praxis und Forschung beschäftigt sie sich mit Identität, Dekolonialität und den Spannungen zwischen dem Paradigma der ‚Modernität‘ und den postkolonialen Kontexten Westafrikas und Brasiliens.
Mit ihrer kuratorischen Arbeit möchte sie den Diskurs rund um die afrikanische materielle Kultur hinterfragen, neu gestalten und so zu Dialogen über Dekolonialisierung und kritische Modetheorie beitragen. Sie hat Ausstellungen im Iwalewahaus in Bayreuth kuratiert, mit dem Linden-Museum Stuttgart zusammengearbeitet und ist derzeit an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein tätig.







